Projektdarstellung
Der Fu§ballverein SC Minerva 1893 e.V. ist seit nunmehr 115 Jahren mitten in Moabit im sozialem Spannungsfeld von Stephankiez, Lehrter Stra§e und Beusselstra§e ansŠssig. Einstmals eine bekannte Grš§e im Berliner Sport war der Verein in den letzten Jahrzehnten in der sportlichen Bedeutungslosigkeit versunken.
Im Jahr 2001 jedoch wurde mit 7 Mini-Kickern die Kinder- und Jugendabteilung des SC Minerva nach langem Dornršschenschlaf von einigen engagierten Eltern neu belebt.
Es hat sich unter den Moabiter Kindern und ihren Eltern schnell rumgesprochen: Hier macht Fu§ball spielen Spa§ und alle dŸrfen mitspielen.
Minerva bietet allen Moabitern Kindern, unabhŠngig von Talent, sozialer oder nationaler Herkunft, die Mšglichkeit, ihre Fu§ballleidenschaft zu entdecken. Hier wird ihnen Gelegenheit gegeben, au§erhalb der Schule kleine und gro§e Erfolgserlebnisse - persšnlich und mit der Mannschaft - zu erleben, aber auch Niederlagen erhobenen Hauptes zu verdauen. Im Vordergrund der Trainingsarbeit stehen der Spa§ am Spiel und der Teamgeist.
Jetzt gibt es bereits neun Kinder- und Jugendmannschaften. 2x wšchentlich kommen mehr als 160 Kinder zwischen 4 und 14 Jahren zum Training der Minis, der F-Jugend, der E-Jugend, D-Jugend und der C-Jugend.
Mit Begeisterung nehmen die Kinder an den Turnieren teil, seit 2004 spielt die Minerva-Jugend im regulŠren Spielbetrieb des Berliner Fu§ballverbandes.
Gewaltfrei, freundlich und gemeinschaftlich.
Das Erfolgsrezept der Jugendabteilung ergibt sich weniger aus einer festgelegten Agenda oder einem pŠdagogischem Konzept zur FŸhrung der Kinder und Jugendlichen, sondern aus einem persšnlichen ethischen SelbstverstŠndnis aller in diesem Verein engagierter TrainerInnen und BetreuerInnen. Ihr Anspruch ist es, durch Vorleben eigentlich selbsverstŠndlicher Eigenschaften gemeinschaftlichen Miteinanders den Kindern sowohl sportlich als auch in Ihrem persšnlichem Umgang eine Orientierung zu geben.
Gewaltfrei durch gewaltfreien Umgang miteinander erreichen wir durch:
l Freundliche Ansprache der Kinder durch Trainer, Eltern und Betreuer
l die Kinder werden nach Ihren FŠhigkeiten im Spielbetrieb eingesetzt.
l Konflikte unter den Kindern werden sofort gelšst
l Siegesfreude statt Schadensfreude
l alle Kinder respektieren ihre unterschiedlich ausgeprŠgten FŠhigkeiten
l Beleidigungen gleich welchen Bezugs (ethnisch, kšrperbezogen, geschlechterbezogen) werden nicht geduldet
l hšflicher Umgang mit dem sportlichen Gegner
l Respekt gegenŸber dem Schiedsrichter
l Eltern sind durch ihr Verhalten am Spielfeldrand Vorbild
l Eltern werden in das Training und in die Betreuung der Kinder mit einbezogen.
l Die Kinder wissen, dass sie Botschafter Moabits bei AuswŠrtsspielen sind und sich entsprechend vorbildlich verhalten.
Gewaltfrei durch Aufhebung von sozialen und ethnischen Vorurteilen
Ziel von Minerva ist es, Kinder aller sozialer Schichten und aller HerkunftsnationalitŠten ihrer Eltern anzusprechen. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Interesse fŸr den Fu§ball. Der Sport dient als integrativer Mittelpunkt einer sich dadurch zufŠllig bildenden Gemeinschaft. Die Kinder zeigen sich gegenseitig, dass gewaltsames Durchsetzen von Interessen nicht erwŸnscht ist und auch gar nicht nštig ist. Es entstehen Freundschaften unter den Kindern Ÿber die sozialen Grenzen hinweg (die Ÿblicherweise in diesem Alter schon existieren). Eltern die sich sonst auf der Stra§e nicht einmal gegenseitig wahrnehmen, haben ein gemeinsames Thema, engagieren sich bei der Betreuung und Organisation von Turnieren und Vereinsfahrten, es werden Fahrgemeinschaften zu den Spielen gebildet.
Diese soziale Mischung und der Umgang miteinander sind es, mit denen Minerva viele Eltern von fu§ballbegeisterten Kindern anspricht.
Ehrenamtliches Engagement reicht nicht mehr aus
Sicherlich sind wir mit unseren GrundsŠtzen und Zielen eigentlich ein ganz normaler Sportverein, wie es vielleicht viele in Deutschland gibt. Es ist aber gerade diese NormalitŠt und SelbstverstŠndlichkeit, mit der wir die Moabiter Kinder und Eltern ansprechen wollen; in einem Stadtteil, in dem gerade das Normale das Besondere ist.
Der Jugendabteilung wŠchst immens, die Kinder spielen in immer Šlteren Spielklassen.
Trotz des ehrenamtlichen sozialen Engagements vieler Eltern wird es immer schwerer ehrenamtliche ausgebildete Jugendtrainer zu finden. Gleichzeitig wollen wir den monatlichen Mitgliedsbeitrag von 5 Euro weiterhin so niedrig halten, um keine Kinder aus finanziellen GrŸnden vom Vereinsleben auszuschlie§en.
Projekte und Kooperationen
Teilnahme am Projekt "fairplayer.sport"
Die D-Jugend des S.C. Minerva nimmt in der Saison 2008/2009 an dem Projekt "fairplayer.sport" der Freien UniversitŠt Berlin teil. Die Mannschaft wird dabei leistungsorientiert sowohl durch taktische als auch durch technische Trainingselemente gefšrdert. Anhand von ergŠnzenden †bungen sollen auch Situationen kennengelernt werden, in denen soziales Miteinander, Teamgeist und Fairness gefragt sind. (www.fairplayer-sport.de)
Quartiersmanagement Moabit West
Der SC Minerva arbeitet mit dem Quartiersmanagement Moabit West zusammen. Weitere Kooperation gibt es mit der Kath. Schule St. Paulus und dem SOS Kinderdorf in Moabit.